Mit AHDS der Kälbersterblichkeit auf der Spur
Die Kälbergesundheit ist ein entscheidender Abschnitt in der Rinderhaltung. Als die wesentlichen Kennzahlen zur Beurteilung der Aufzucht können Erkrankungsraten, Wachstumsraten und die Sterblichkeit herangezogen werden. Die Kälbersterblichkeitsrate ist jedoch aktuell die einzige Kennzahl, die erhoben wird und für alle Betriebe in Österreich zur Verfügung steht.
Zahlreiche Gründe für Sterblichkeit
2024 wurden österreichweit 713.295 Kälber geboren, von denen 62.071 (8,7%) in den ersten sechs Lebensmonaten verendeten. Besonders hoch ist der Anteil an Kälbern (4,2%), die innerhalb der ersten 48 Stunden nach der Geburt verstarben (Totgeburten). Als Hauptgründe für Totgeburten gelten genetische Komponenten und Mängel im Trockensteher- und Abkalbe-Management. Verendungen zwischen dem dritten und 180. Lebenstag werden auch als Aufzuchtverluste bezeichnet.
2024 verstarben in Österreich 3,1% der Kälber in der frühen Aufzuchtphase (zwischen dem dritten und 60. Lebenstag) und 1,5% der Kälber in der späten Aufzuchtphase (zwischen dem 61. und 180. Lebenstag). Ursachen für Sterblichkeit in diesem Zeitraum sind u.a. mangelnde Versorgung der Neugeborenen mit Biestmilch, mangelnde Biosicherheit, mangelnde Krankheitsprophylaxe, Stallklima und Hygienemängel.
2024 verstarben in Österreich 3,1% der Kälber in der frühen Aufzuchtphase (zwischen dem dritten und 60. Lebenstag) und 1,5% der Kälber in der späten Aufzuchtphase (zwischen dem 61. und 180. Lebenstag). Ursachen für Sterblichkeit in diesem Zeitraum sind u.a. mangelnde Versorgung der Neugeborenen mit Biestmilch, mangelnde Biosicherheit, mangelnde Krankheitsprophylaxe, Stallklima und Hygienemängel.
Kälbersterblichkeit übersichtlich
Um eine einfache Sicht auf die Zahlen des eigenen Betriebes zu erlangen, stehen im AHDS für alle Betriebe mit Geburten Berichte zur Kälbersterblichkeit zur Verfügung. Datengrundlage bildet die Kennzeichnung und Registrierung von Rindern laut Rinderkennzeichnungsverordnung 2008. In Tabellenform werden für jeden Rinderhalter bzw. jeder Rinderhalterin die Gesamtzahl der Geburten innerhalb eines Jahres sowie spezifische Sterblichkeitsraten in den unterschiedlichen Altersstufen bereitgestellt (siehe Abbildung 1). Mit roten und grünen Pfeilen wird gekennzeichnet, ob es zu Verbesserungen oder Verschlechterungen im Vergleich zum Vorjahr gekommen ist.
Beim Benchmarking wird der eigene Betrieb mit allen anderen rinderhaltenden Betrieben verglichen, auf denen Kälber geboren wurden. Dadurch können Bäuerinnen und Bauern erkennen, ob die Sterblichkeit im eigenen Betrieb hoch oder niedrig liegt und ob Handlungsbedarf besteht. Entsprechend der Altersgruppe kann gemeinsam mit dem betreuenden Tierarzt/der betreuenden Tierärztin die Versorgung der Muttertiere oder das Abkalbemanagement angepasst werden, wenn eine hohe Zahl an Totgeburten auftritt. Treten die Verluste in den ersten 60 Lebenstagen auf, sollten z.B. die Kolostrumversorgung verbessert oder Impfungen eingesetzt werden.
Beim Benchmarking wird der eigene Betrieb mit allen anderen rinderhaltenden Betrieben verglichen, auf denen Kälber geboren wurden. Dadurch können Bäuerinnen und Bauern erkennen, ob die Sterblichkeit im eigenen Betrieb hoch oder niedrig liegt und ob Handlungsbedarf besteht. Entsprechend der Altersgruppe kann gemeinsam mit dem betreuenden Tierarzt/der betreuenden Tierärztin die Versorgung der Muttertiere oder das Abkalbemanagement angepasst werden, wenn eine hohe Zahl an Totgeburten auftritt. Treten die Verluste in den ersten 60 Lebenstagen auf, sollten z.B. die Kolostrumversorgung verbessert oder Impfungen eingesetzt werden.
Schätzungen zu finanziellen Schäden
Um die ökonomische Bedeutung von hohen Sterblichkeitszahlen zu verdeutlichen,
werden seit Februar 2026 auch Schätzungen zu den finanziellen Schäden durch Kälberverluste bereitgestellt. Gemeinsam mit der LK Niederösterreich wurde ein Modell zur Kostenschätzung erstellt, in das Durchschnittwerte für die Variablen Kälberwert bei der Geburt, Menge Futtermilch, Einstreukosten, Lohnkosten,
Abschreibung der Anlagen, Anschaffungswert Kälberiglu, Nutzungsdauer Kälberiglu,
Anschaffungswert Kälberstall, Nutzungsdauer Kälberstall, verlängerte Futtertage durch Krankheit, Tierarztkosten, Diagnostikkosten einfließen.
Transportfähigkeit
Seit 1. Jänner 2025 ist die Transportfähigkeit von Kälbern in andere Mitgliedstaaten ab einem Alter von drei Wochen bis zu einem Alter von vier Wochen nur dann gegeben, wenn im abgebenden Tierbestand eine gute Kälbergesundheit im Rahmen einer regelmäßigen tierärztlichen Bestandsbetreuung gegeben ist. Als Betriebe mit guter
Kälbergesundheit wurden all jene definiert, die in einem Durchrechnungszeitraum von
36 Monaten eine Kälbersterblichkeit von max. 8% aufweisen. Als optimal gilt ein Wert von bis zu 3%. Eine Sterblichkeit von mehr als 8% führt zur Qualifikation als Betrieb mit unzureichender Kälbergesundheit. In diesem Fall ist ein Verbringen der Kälber ins Ausland nur mehr ab einem Alter von vier Wochen zulässig. Im AHDS ist die Transportfähigkeit in Form einer Ampel dargestellt.
Nutzen der Daten
Jeder Landwirt bzw. jede Landwirtin kann nur die Berichte des eigenen Betriebes sehen. Andere Personengruppen haben keinen Zugriff. Dem betreuenden Tierarzt bzw. der Tierärztin kann aber Einblick in die Berichte gewährt werden. Dazu gibt es ein Datenfreigabesystem im AHDS, oder der Freigabe wird im Rahmen der Teilnahme an einem TGD-Programm wie dem TGD-Programm “Erweitertes Tiergesundheitsmonitoring“ zugestimmt.
Das regelmäßige Sichten der Daten in die tierärztliche Bestandsbetreuung ermöglicht ein Erkennen von Problemen. Gemeinsam mit dem betreuenden Tierarzt/der betreuenden Tierärztin kann nach Ursachen gesucht und das Management verbessert werden.
Das regelmäßige Sichten der Daten in die tierärztliche Bestandsbetreuung ermöglicht ein Erkennen von Problemen. Gemeinsam mit dem betreuenden Tierarzt/der betreuenden Tierärztin kann nach Ursachen gesucht und das Management verbessert werden.
Dies ist der zweite Beitrag der Artikelserie über das Animal Health Data Service. Der erste Teil mit den
grundlegenden Informationen ist hier zu finden.
grundlegenden Informationen ist hier zu finden.
Infos zum AHDS
Seit 2022 steht Landwirtinnen und
Landwirten die Tiergesundheitsdatenbank
“Animal Health Data
Service“ (AHDS) zur Verfügung,
die von der AGES betrieben und
gemeinsam mit Tiergesundheit
Österreich weiterentwickelt wird. Im
AHDS werden betriebsindividuelle
Berichte aus dem Tiergesundheitsbereich
bereitgestellt. Unter https://ahds.ages.at/home kann mit den
eAMA-Login-Daten Einsicht in Auswertungen
zum Antibiotikaeinsatz,
zur Schlachttier- und Fleischuntersuchung
und zur Kälbersterblichkeit
genommen werden. Anfang April
stehen die ersten Daten aus dem
Jahr 2025 bereit.